Stand still and watch the patterns, which by pure chance have been generated: Stains on the wall, or the ashes in a fireplace or the clouds in the sky, or the gravel on the beach, or other things. If you look at them carefully you might discover miraculous inventions. (Leonardo da Vinci)
 

Leidenschaft für Technologie: Was bedeutet das?

Februar 21st, 2009 Communication, Development, Innovation| No Comments »

Leidenschaft ist eine der in meinen Augen wichtigsten Fähigkeiten, die ein Entwickler mitbringen sollte. Leidenschaft für Technologie, Leidenschaft für Lösungen, Leidenschaft für Fortschritt. Mike Peters hat dies kürzlich in seinem Artikel “How to pick a GREAT Software Engineer” eindrucksvoll präzise verdeutlicht. Er schreibt, dass sich “passionierte Entwickler” besonders dadurch auszeichnen, dass Sie in Ihrer Freizeit DZone oder Techcrunch lesen, neue Software testen oder Code schreiben:

Love what you do and pass that love to everyone you deal with.

Always be positive, energetic and make progress, no matter what.

What do you do in your spare time? If you’re not writing code, installing a virtual machine, reading TechCrunch/Slashdot/DZone or testing out the latest version of Windows 7, you are not passionate about technology.

Ich stimme ihm prinzipiell zu. Natürlich gibt es wichtigere Dinge als Technologie (Familie, Freunde, Gesundheit etc.), aber ich denke, dass Passion in diesem Zusammenhang einfach heißt, dass Technologie nicht einfach nur der Job ist, sondern ein Hobby, ein Hobby welches man glücklicherweise zum Job machen konnte. Und wie das so ist mit Hobbies: Sie bestimmen den Charakter, das alltägliche Handeln und sind allgegenwärtig. Vielleicht kann man es so sagen:

Ein Triathlet, ein Fussballfan und ein Technologist (um einen Begriff  zu nutzen, der die Leidenschaft besser als die Berufsbezeichnung Sofwareentwickler ausdrückt) machen Strandurlaub mit ihren Kindern und Ehefrauen. Der Triathlet wird, während die Kinder im Meer baden und die Frau sich der Sonne hingibt, seine Beine in die Hand nehmen und am Strand ein paar Kilometer laufen gehen. Der Fussballfan wird sich am Wochenende in Zeitungen, bei anderen Urlaubern oder im Internet über die Ergebnisse seiner Lieblingsmannschaft erkundigen. Und so wird sich der Technologist genüsslich mit einem Buch über Technologie an den Strand legen (letztes Jahr in Südafrika begleitete mich das Buch: The Big Switch von Nicholas Carr) oder sogar den Laptop dabei haben um am Abend, wenn die Familie schläft auf dem Balkon mit Meerblick die wichtigsten Blogs zu verfolgen und vielleicht sogar kurz Eclipse zu starten um das Tutorial für ein ihm noch unbekanntes Framework oder SDK durchzugehen. Alle drei werden mit solchen Tätigkeiten ganz ähnliche Erfahrungen machen: Sie selbst empfinden dabei eine persönliche, subjektive, intrinsisch motivierte Zufriedenheit wobei Freunde oder der Partner nur schwer nachvollziehen können, wie man sich so für etwas anscheinend unwichtiges begeistern kann. Die Frage nach dem Sinn stellt sich dem Triathleten, dem Fussballfan und dem Technologist aber erst als zweites. Und speziell dem Technologist ist es zunächst auch egal ob man Geld damit verdienen kann: Es ist eher ein netter Seiteneffekt.

Um zu dem oben angesprochenen Artikel zurückzukommen. Ich denke, dass es in der Software-Entwicklung sehr wichtig ist passioniert zu sein. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass zu viele Entwickler mit denen ich zusammengearbeitet habe, ihren Job tatsächlich als 9to5 Job verstanden. Man kann Projektziele erreichen und durchaus schöne Systeme implementieren. Aber eines fehlt: Spaß und innovatives Potential. Man bleibt auf der Stelle stehen.